Koenigreich Tonga

tonga-dsc01546.jpgMalo e leilei,
bin jetzt schon seit 2 Wochen in Tonga und es ist einfach fantastisch! Vor paar Tagen gabs hier ein Erdbeben und deshalb ging das Internet auch bis jetzt nicht aber jetzt kann ich endlich schreiben, zwar langsam aber geht schon. Erstmal paar Fakten ueber Tonga.

Tonga hat ungefaehr 100.000 Einwohner und mehr als 160 Inseln. Eingeteilt in 4 Hauptgruppen:
-Tongatapu mit dem internationalen Airport und der Hauptstadt Nukua’lofa
-Ha’apai mit fast keinem Tourismus und vielen unbewohnten kleinen Inseln
-Vava’u die touristischste Inselgruppe mit sehr vielen Yachties also Seglern im geschuetzten Hafen.
-Niufa Grupp, sehr weit weg, ich war nicht da.

Der durchschnittliche Tonganer ist eigentlich recht arm fuer westliche Verhaeltnisse aber jeder hat eigentlich ein Dach ueber dem Kopf, meistens Wellblech und auf jeden Fall genug zu essen! Die meisten hier haben Uebergewicht, auf jeder Tonganischen Gelmuenze also jedem Pa’anga steht auch ‘Mehr Essen’. Naja Menschen essen sie aber zum Glueck seit 1806 nicht mehr.

Ich bin also am internationalen Airport mit 2 Stunden Verspaetung angekommen und dort hat trotz der Verspaetung immer noch der Fahrer vom Toni’s Guesthouse gewartet. Toni’s Guesthouse ist das billigste was man hier so findet, man zahlt nur 15 Pa’anga, was ca. 6 Euro sind, pro Nacht und fuer einen Pa’anga fahren sie einen in die Stadt. Der Toni kommt urspruenglich aus England, wohnt aber schon seit ueber 20 Jahren hier und ist mit einer sehr freundlichen Tonganerin verheiratet die eigentlich auch die meiste Arbeit im Guesthouse macht.

Ich bin dann erstmal in die ‘Stadt’, auf dem Weg dorthin sieht man sehr viele Ruinen wo scheinbar frueher mal Supermaerkte und Kinos standen die aber alle letztes Jahr bei den grossen Aufstaenden hier gepluendert und abgebrannt wurden. Das Militaer hat damals wieder alles in den Griff bekommen und nun ist eigentlich alles recht ruhig. Ansonsten sieht man auf dem Weg noch sehr viele wilde Hunde und wilde Schweine ueberall herumrennen. In der Stadt bin ich dann erstmal allein herumgelaufen und von jedem mit grossen Augen angeschaut worden, als weisser ist man hier immer noch eine Attraktion und wird eigentlich nur Palangi genannt, sowas wie fremder auf tonganisch. Ich hab dann ein bisschen eingekauft und zurueck bin ich mit dem Bus gefahren was hier wirklich ein Erlebnis ist! Den Bus kann man einfach heranwinken, Tueren hat er keine mehr, er ist komplett ueberfuellt, die Leute haengen schon aus den Tueren raus und ich war natuerlich der einzige Palangi innen. Es ist dann gleich jemand aufgestanden hat mir einen Platz angeboten, wollte eigentlich ablehnen aber keine Chance. Ausserdem hat jeder Bus hier einen riesigen Subwoofer, hab noch in keinem deutschen Auto so ein Teil gehoert und es droehnen megalaut die tonganischen Klassiker durch den Bus, ein richtiger Partybus… Takitaki ist uebrigens der Nummer eins hit, muesst ihr euch auf jeden Fall mal anhoeren.

Zurueck im Guesthouse hab ich dann noch einen deutschen Jurastudenten einen Koreaner und ein franzoesisches Paerchen kennengelernt mit denen ich dann an den folgenden Tagen mit den Tonganern Party machen gegangen bin. Auf Tongatapu wollte ich ja dann eigentlich an die Westkueste zum surfen. Mich haben dann aber die noerdlichen Inselgruppen doch sehr fasziniert, so dass ich dann nach 4 Tagen mit dem Koreaner einen Flug nach Ha’apai gebucht habe. Dort haben wir dann auf einer unbewohnten Insel ohne Elekrizitaet und fliessend Wasser gewohnt. Dort waren auch wieder 2 deutsche, Physikstudentinnen, mit denen sind wir dann Schnorcheln, Kokosnuesse ernten und Speefischen gegangen. Haben allerdings nichts gefangen.

Von Ha’apai habe ich dann die durch Erzaehlungen furchteinfloessende Faehre nach Vava’u genommen. Es gibt 2 Faehren die einmal pro Woche von Tongatapu ueber Ha’apai nach Vava’u fahren. Gesamter Trip 16 Stunden und Ha’apai liegt ungefaehr in der Mitte. Ich hatte dann also 8 Stunden Faehrenfahrt vor mir und die Vorhersage war dass die See ziemlich heftig sein wird. Ich hab mich auf der Faehre auch gleich aufs Dach an die frische Luft begeben da die beiden unteren Stockwerke nicht so toll gerochen haben da irgendwie fast jeder auf dieser Fahrt Seekrank wird und es dann halt nicht immer ueber die Rehling reicht. Ich bin ganz froh dass ich nicht Seekrank werde und hab dann eigentlich auf dem Dach fast die ganze Zeit geschlafen bis eine riesige Welle ueber mich und meine Nachbarn geschwappt ist. Als ich dann wach war hab ich erst realisiert wie rauh die See eigentlich war, da kamen gute 3 Meterwellen staendig von rechts und die Faehre schwankte gute 45 Grad in jede Richtung. Es waren dann aber nur noch 2 Stunden aber schlafen ging halt nicht mehr auf dem nassen Deck. War auf jeden Fall ein Erlebnis :)

In Vava’u angekommen gabs erstmal wunderschoenen Sonnenschein und das schoene Port Wine Guesthouse mit der freundlichen Tonganerin Louisa als Chef. Dort hab ich dann auch 2 weitere deutsche, Carmen und Judit, beide auch aus dem Schwabenland kennengelernt, die machen hier in Tonga freiwilligenarbeit als Zahnaerzte. Ausserdem die Mexikanerin Aleta und ein englisches Paerchen. Wir sind dann erstmal auf eine Fakaleiti Party im Tongan Bob gegangen. Da tanzen Maenner verkleidet als Frauen, was die Tonganer alle total witztig finden. War es dann auch!
Am naechsten Tag gings dann Wale anschauen und sogar mit Walen schwimmen! Ich mit den 2 deutschen und dem Englaender hatten das Glueck einen Rabatt zu bekommen, da ja die deutschen Zahnarztfreiwillige waren. Wir wurden dann auf dem Boot auch als erste Gruppe um ins Wasser zu gehen eingeteilt. Also erstmal rausgefahren ca. 2 Stunden bis unser Boot von einem anderen die Position fuer ein Mutterwal und sein Kalb mitgeteilt bekam. Also schnell dahin, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen geschnappt und ab ins Wasser! Erstmal ein komisches Gefuehl, wenn man so durch die Brille rungerschaut, zwar nichts sieht aber weiss dass da unten irgendwo eine riesige Buckelwalmama(bis zu 15 Meter) mit ihrem Kind schwimmt. Auch beunruhigend ist das letztes Jahr ein Walschwimmfuehrer hier vom Tiger Hai gefrssen wurde und eine amerikanerin auch letztes Jahr… Naja nach einer Weile sehen wir auf einmal das Kalb direkt auf uns zuschwimmen, zwar nur das Kalb aber selbst das war 8 Meter lang! Es ist dann einmal mit vielleicht einer Armlaenge Abstand um uns herumgeschwommen, hat uns mit seinen riesigen Augen inspiziert, ein paar Rollen gemacht und wurde dann wieder von der Mama zurueckgerufen! Das war einfach der Hammer! Das hatte so riesige Augen, einfach unglaublich und haette ich meinen Arm ausgestreckt ich haette es beruehren koennen! Absolut genial!
Photos bekomm ich noch von der Carmen, die hatte eine Unterwaserkamera dabei. Nach der Walschau gabs dann nicht mehr viel um es zu toppen, wir waren einfach total gestoked.

In Vava’u sind wir dann eigentlich immer zu so einer Yachti Kneipe direkt am Hafen gegangen, das Mermaid’s(Meerjungfrau). Dort haengen diese ganzen Weltumsegler rum und ich und Aleta haben dann versucht mit einem mit zurueck nach Ha’apai zu segeln, was dann auch geklappt hat. Wir lernten den Fred(Ami) und den Gregor(Deutsch) kennen, die beide beim Kapitaen Aki(Japan) mitfahren und die wollten auch nach Ha’apai und haben uns mitgenommen. Quasi per Anhalter. Ich konnte dann mal einen Einblick in die Seglergemeinschaft haben, und es kam mir ziemlich wie auf einem Campingplatz vor, abends im Hafen gibts die Stammkneipe und jeder Faehrt mit seinem Schlaucboot vom Segelboot zur Bar oder zu einem anderen Schiff um dort rumzuhaengen, zu singen, Gitarre zu spielen… ziemlich schoen.
Die Ueberfahrt sollte dann ueber Nacht stattfinden und am Mittag davor haben wir noch gemuetlich Wasser getankt und sind dann noch zur Mariner’s Cave, das ist eine Hoehle in der Vava’u Gruppe deren Zugang unter Wasser ist! Man taucht also ca. 2-3 Meter runter, 6 Meter nach vorn, wieder hoch und ist in einer Hoehle! Ziemlich cool. Man darf nur nicht zu frueh auftauchen sonst schlaegt man sich den Kopf an. In der Hoehle ist es wunderschoen, das Licht das durch das Wasser reflektiert wird scheint von unten in die Hoehle und immer wenn die Wellen gegen die Kueste pressen steigt der Druck in der Hoehle und sie fuellt sich komplett mit Nebel!
Dann die Ueberfahrt, abends haben wir nochmal schoen Wale vor Sonnenuntergang gesehen und dann nachts mit 4-6 Knoten suedwaerts gesegelt, ich wieder sehr gluecklich dass ich nicht Seekrank werde, der Aleta gings da trotz Tabletten schlecht. Hab viel uebers segeln gelernt und es ist eigentlich garnicht so schwer. Wir hatten staendig eine Angelschnur hinten am Boot haengen und als ich und Gregor dann um 3 Uhr nachts Wache hatten war auf einmal ein Fisch dran, der auch noch recht stark war! Wir haben es dann zusammen mit aller Kraft geschaft in rauszuziehen um dann zu sehen das es ein 1.5 Meter langer Wahu war. Wunderbarer Fisch! Als wir in ausgenommen haben und ich den Magen aus neugier oeffnete hatte der auch noch einen voellig intakten Kugelfisch drin, toll was man da so findet :) Am naechsten Tag gabs dann natuerlich Wahu in allen Arten zum Fruehstueck, Mittagessen und Abendessen. In Ha’apai hab ich dann wieder die Faehre nach Tongatapu genommen da schon wieder eine Woche vergangen war.

Nun sitz ich hier und werde morgen dann endlich surfen gehen.

Viele Gruesse Ben

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8 Antworten zu „Koenigreich Tonga“

  1. Boris sagt:

    Einfach nur _wunderbar_

    Ich glaube wenn du zurückbist müssen wir ein Buch über deinen Trip veröffentlichen! Das wäre echt nice.

    Keep on posting,

    Gruß Boris

  2. Mela sagt:

    Mein Gott Benny, ich weiß gar nicht was ich noch sagen soll. Das wird einfach immer fantastischer!! Mich würde es mittlerweile nicht mal mehr wundern wenn Du gleich dort bleiben würdest und gar nicht mehr zu uns nach Germany zurückkommst.

    Was aber auch auffällt ist dass Du STÄNDIG in der Gesellschaft von hübschen Frauen bist!! Holla die Waldfee, unser Benny ein Frauenschwarm – grins…

    Benny Mensch hau voll rein, lass es krachen bis der Arzt kommt. Nimm mit was geht!!!!!

    Gaaaaaanz liebe Grüße Mela

  3. Stefan sagt:

    Jaja dan hat jemand richtig erkannt was der Benny für einer is ;)

    Dein Bericht is wieder mal der Hammer. Lass dich nicht von nem Hai beißen und zeig denen am anderen Ende der Welt mal wie man surft ;)

    btw: hast du eigentlich Simons Liste schon abgehakt? ;)

    Viele Grüße
    Stefan

  4. Simon sagt:

    Jaaa, genau! Nach der wollte ich mich auch mal wieder erkundigen. Wie ich den Benni kenn, hat er da pflichtbewusst keine Mühen gescheut, gelle?!
    Weitermachen jedenfalls und schreib als mal wieder, wusste z.B. bis vor drei Minuten nichmal, dass es ein Stadt/Land/Fluss namens Tonga gibt…

    Grüße und so weiter!
    Simon

  5. Ingmar sagt:

    Hey Benni!

    Es ist immer wieder schoen zu lesen, wie gut es dir geht! Ich freu mich echt und bin auf die vielen anderen Surfer/Abenteurer/Frauenschwarm-Geschichten gespannt!

    Ich war auch wieder in Devon (Suedwest England)surfen und da muessen wir auf jeden Fall auch mal alles zusammen Surfurlaub machen! Die Landschaft ist richtig geil und die Atmosphaere sehr entspannt…

    Machs gut!

    Ingmar

  6. de Lance sagt:

    Verbrecherisch Schön!

  7. boris sagt:

    gogogogo new post

  8. PETE sagt:

    Ey benni ich bin sprachlos wenn du so weiterschreiben würdest wärs ein bestseller ich versprechs dir.
    es wär ein buch was ich endlich mal nicht nach der hälfte vergessen würde weiterzulesen ;)
    hammer geil ich frag mich nur ob dus jemals wieder schaffst dich an das normale leben zu gewöhnen oder ob du danach fernsüchtig bist und als aussteiger weiter um die welt musst wird geil wenn du wieder da bist bis bald grüße pete

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